Donnerstag, 15. Oktober 2015

[Sandra] Rezension zu Solitaire von Alice Oseman


"Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres Lebens haben zu MÜSSEN, verliert. Dass sie kurz davor ist, zu zerbrechen an der Gleichgültigkeit der Welt. Dass sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, dass wieder nichts passieren wird. Und dann passiert doch etwas: Tori trifft auf Michael Holden. Eigentlich verkörpert Michael mit seinem Enthusiasmus und der schwarzen Hipster-Brille all das, was Tori verachtet, und dennoch ist sie fasziniert von seiner überschäumenden Lebensfreude und seiner Neugier auf die Welt. Und es gibt Solitaire, eine anonyme Schülergruppe, die seit Kurzem Toris Schule in Atem hält. Anders als alle anderen fragt Tori sich, was und wer wirklich hinter Solitaire steckt."
Dieses Buch habe ich im Zuge einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen.
Es fällt mir etwas schwer, dieses Buch zu rezensieren. Ich habe mich vorher sehr auf das Buch gefreut und war sehr, sehr gespannt darauf. Es geht um Blogs, um eine mies gelaunte Protagonistin, um Hipster, ... Es geht einfach um vieles, was in der heutigen Zeit aktuell ist und ich glaube, viele aus der Leserunde konnten mit der Protagonistin Tori echt mitfühlen.
So auch ich. Ich konnte genau nachvollziehen, warum Tori immer so mies gelaunt ist und, ja ich habe das lange Zeit sogar ganz ähnlich gesehen.
Trotzdem ist das eben auch ein "Kritikpunkt": Wenn du erwägst, dieses Buch zu lesen, dann musst du dich darauf einstellen, dass Tori WIRKLICH mies gelaunt ist.
Mich hat das jetzt nicht wirklich gestört, mein 13-jähriges Ich hätte Tori sicher geheiratet, aber ein bisschen eintönig war es dann doch manchmal.

Aber dann der Gegenpart: Michael Holden. Was für ein atemberaubender Mensch!
Er holt Tori endlich aus ihrem Zimmer und zeigt ihr die Welt. Er macht, dass sie aus sich raus kommt. Er zeigt ihr, dass "nichts" egal ist.
Und er war wirklich ein Goldstück in diesem Buch! Ein rundherum tiefergehender Charakter, der mit einer offenen, offensiven Art punktet. EIner, der polarisiert. Aber auch jemand, der Tori mehr als gut selbst nachvollziehen kann..

Es geht in diesem Buch noch um einige andere Charaktere aus der Schule und aus Toris Privatleben und alle haben ihre Daseinsberechtigung. Besonders Toris kleiner Bruder Charlie war auch sehr liebevoll. Aber viele andere Charaktere sind auch nicht so nett.
Und zu Guter letzt geht es eben noch um "Solitaire".
Es passieren immer wieder komische Aktionen in der Schule und außerhalb. Zuerst fängt es harmlos an, damit, dass überall Post-Its in der Schule verteilt werden und nervige Musik in der Schule abgespielt wird, aber dann werden die Aktionen immer brenzliger und gefährlich. Wer steckt dahinter? Und warum?Die ganze Solitaire-Sache war, finde ich, erst mal eine sehr gute Idee und auch, was die Aktionen mit Tori anstellen, finde ich sehr gelungen. Aber das Ende war mir dann doch etwas zu "dramatisch" - einfach etwas too much. So wäre es in echt bestimmt nicht gelaufen, schätze ich.
Aber dennoch ist alles gut abgeschlossen und mir hat die Geschichte gut gefallen.

Es war nicht das, was ich mir darunter vorgestellt hab, und ich weiß nicht mal, warum. Es war aber alles in allem eine tolle Geschichte und besonders Michael Holden hat einiges rausgeholt. Und gerade weil das Buch so "anders" war, gebe ich 4 Sterne, auch wenn die Geschichte selbst stellenweise etwas genervt hat.

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