Mittwoch, 14. Oktober 2015

[Kathy] Rezension - Die Sturmrose von Corina Bomann


Klappentext:
Nach einer gescheiterten Beziehung verliebt Annabel Hansen sich in einen alten Kutter mit dem Namen »Sturmrose«. Sie will das Schiff restaurieren und ein Café daraus machen. Bei den Renovierungsarbeiten findet sie einen Brief: Vor über dreißig Jahren hat das Boot einer jungen Frau zur Flucht aus der DDR verholfen. Vollkommen aus der Bahn geworfen, geht Annabel dem bewegenden Schicksal nach und begegnet dabei Christian, dessen Geschichte tragisch mit dem Kutter verbunden ist. Gemeinsam suchen sie nach der Frau von damals und finden Erschreckendes über Annabels eigene Kindheit heraus


Meine Meinung:
Puuh, nur selten habe ich eine solche Berg- und Talfahrt durch ein Buch gemacht. Nie wusste ich genau was mich erwartet, nie wusste ich, wie ich die Geschichte bewerten sollte. Im Großen und Ganzen mochte ich die Geschichte von Annabel. Es war meine zweite Familiengeschichte und wieder muss ich sagen, dass ich mich eigentlich doch für diese Geschichten begeistern kann.
Das Buch beinhaltet viele, wichtige, geschichtliche Themen. Es geht vorallem um die DDR, um Flüchtlinge, aber auch um Adoptionen und andere Dinge. Das ein oder andere Mal konnte mich die Geschichte berühren. Generell wurden Vergangenheit und Gegenwart in den Erzählungen abgewechselt.
Der Einstieg in das Buch war klar vom Umzug von Annabel und ihrer Tochter thematisiert und gibt einen leichten Anfang. Das Buch entwickelt sich mit seinen Höhen und Tiefen. Im ersten Drittel habe ich das ein odere andere Mal gedacht, dass es auch gut 100 Seiten weniger hätten sein können. Allerdings nahm es ab einem bestimmten Zeitpunkt unheimlich an Fahrt auf und konnte mich mit vielen Überraschungen, Wendungen und spannenden Ereignissen überraschen. Das Ende ist nicht besonders überraschend, hat mir aber im Ganzen gut gefallen.

Die Charaktere waren unheimlich toll ausgearbeitet, sehr authentisch und realitätsnah. Annabel wirkte auf mich sehr stark, selbstständig, aber auch harmoniebedürftig und liebevoll. Nicht nur einmal hat mich ihre Beziehung zu ihrer kleinen Tochter Leonie berührt. Leonie als Charakter hat die Geschichte immer wieder total aufgelockert. Ich konnte sie, da ich ja selbst eine fünfjährige Tochter habe, total nachempfinden und fand das alles sehr realistisch dargestellt. Leonie hatte immer eine zentrale Rolle im Buch.
Christian als Zweitinteressent der Sturmrose hat seine Rolle wirklich toll gemacht. Vorallem aber hat eine eine große Entwicklung - aus meiner Sicht - durchgemacht. Anfangs war er sehr verschlossen, ich fand ihn richtig unsympathisch. Aber mit der Entwicklung des Buches hat er sich total in mein Herz gekämpft. Das Buch lebt von den vielen, wichtigen Nebencharakteren, die dem Buch den letzten Schliff gaben. Aber lest selbst!
Das Cover ist wunderschön! Die Farben harmonieren total und allgemein passen der Steg, das unruhige Wasser und die Rose im oberen Bereich wirklich sehr gut zu der Geschichte.
Der Schreibstil hat mir im Großen und Ganzen gefallen, auch wenn ich einige Dialoge manchmal etwas plump und abgehackt fand. Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben, was mich total an den Ort des Geschehens gebracht hat. Ich war den Charakteren und der Story total nah und fühlte mich in die verschiedenen Zeiten und Orte versetzt. 


Fazit:
Ein wirklich tolles Buch, das wichtige Themen, sehr authentische Charaktere, dafür manchmal aber einen plumpen Schreibstil und ein paar langatmige Stellen hatte.


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