Freitag, 19. Februar 2016

[Kathy] Rezension - Wir waren hier von Nana Rademacher



Inhalt:

Berlin im Jahr 2039: Die Stadt liegt in Trümmern, das öffentliche Leben ist längst zusammengebrochen. Für die überlebenden Menschen geht es um die nackte Existenz. Wie den Horror des Alltags, den Kampf gegen Hunger und Kälte überstehen? Mittendrin die 15-jährige Anna, die ihren Weg sucht und für das Leben und die Liebe kämpft – und für eine Welt, in der trotz allem eine Zukunft für sie möglich ist.
Amazon Verlag

Meine Meinung:
Schon länger hatte ich keine Dystopie gelesen und war gespannt auf diese. Vor allem hat mich interessiert, wie die Autorin unser Deutschland/Berlin in knapp 25 Jahren sieht. Und wow - hmm, tolles Buch, das mich mit all seinen Facetten irgendwie überzeugen konnte. In diesem Buch passiert so viel mehr, als ich erwartet habe. Der erste Teil, der ungefähr 100 Seiten dauert, beinhaltet Dialoge per Internet zwischen Anna und einem Jungen. Anna bloggt ihre Erlebnisse und lernt durch Kommentare Ben kennen. Das war irgendwie ein netter Einstieg, auch wenn mir dadurch anfangs etwas die Action gefehlt hat. Aber so lernt man Anna und die Welt im Jahr 2039 kennen. Der zweite Teil erzählt dann von Annas Leben im kaputten Berlin. Es ist spannend und geht Hoch und Runter, man weiß nicht, was als nächstes passiert.
Das Ende ist irgendwie rund und süß gemacht. Hat mich auf jeden Fall glücklich zurück gelassen.

Anna als Protagonistin des Buches wurde von der Autorin sehr authentisch, aber auch überzeugend dargestellt. Dadurch, dass die Geschichte aus Annas Sicht erzählt wurde, konnte ich teilweise fühlen, was Anna beschreibt, konnte sehen, was sie sieht und konnte mir all die Dinge sehr gut vorstellen. Anna ist von Anfang an eine starke Persönlichkeit, wächst dennoch in vielen Situationen über sich hinaus und zeigt, was sie will und kann.
Ben dagegen kann ich das ein oder andere Mal gar nicht gut einschätzen, was definitiv von der Autorin gewollt ist. Sie hat also geschafft, was sie vorhatte. Man ist gespalten, was den Charaktere Ben angeht. Auf der einen Seite ist er sehr liebenswürdig, lustig und hilfsbereit und auf der anderen Seite ist er undurchschaubar und zurück gezogen. Toll gemacht! Vorallem, wenn man das Ende betrachtet.
Die Nebencharaktere gehören den Situationen, die Anna durchlebt, an und begleiten Anna nur wenig komplett durch das Buch. Aber es passt, wie die Autorin die Nebencharaktere einsetzt und lässt diese sehr transparent erscheinen.
Ich mag den Schreibstil der Autorin. Sie schreibt sehr klar und jugendlich, so dass man dem Geschene gut folgen kann. Sehr toll finde ich, dass es verschiedene Arten der Erzählperspektive gibt. Im ersten Teil berichtet Anna im Form von Blogeinträgen, im zweiten Teil wird ganz normal aus ihrer Sicht geschrieben. 
Das Cover ist schön. Ich mag die Farben, die verwendet wurden. Außerdem sieht man Anna, die aber nicht zu klar dargestellt wurde. Außerdem im Hintergrund die Skyline von Berlin, die ganz klar am Fernsehturm erkennbar ist. Macht man den Schutzumschlag ab, sieht man genau das gleiche Design erneut.

Fazit:
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gefallen. Das Setting, die Charaktere und der Ablauf konnten mich erreichen. Anfangs war das Buch etwas träge und die Emotionen fehlten mir im kompletten Buch. Dennoch eine gelungene Geschichte, die Nana Rademacher hier erzählt.

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