Sonntag, 12. Juli 2015

[Kathy] Rezension - Nur einen Horizont entfernt von Lori Nelson Spielman


Klappentext:
Mit zittrigen Fingern öffnet die TV-Moderatorin Hannah Farr einen Brief. Der Absender ist eine ehemalige Schulfreundin, die sie jahrelang gemobbt hat. Die Frau bittet sie nun um Vergebung. Dem Brief beigelegt sind zwei kleine runde Steine und eine Anleitung. Einen Stein soll sie als Zeichen dafür zurücksenden, dass sie ihrer früheren Klassenkameradin vergibt. Den anderen soll sie an jemanden schicken, den sie selbst um Verzeihung bitten möchte. Hannah weiß sofort, wer das sein könnte: ihre Mutter. Aber soll sie wirklich zurück zu den schmerzhaften Ereignissen von damals und die Auseinandersetzung mit dem Menschen suchen, der sie am besten kennt? Denn Hannah hat etwas getan, das das Leben ihrer Mutter für immer verändert hat …

Manchmal ist es etwas winzig Kleines, das uns Großes tun lässt.


Meine Meinung:
Nachdem ich Spielmans vorherigen Roman "Morgen kommt ein neuer Himmel" gelesen und geliebt habe, war ich gespannt auf ihren neusten Roman.
Der Einstieg ist leicht, aber kühl. Man ist zwar sofort in der Geschichte drin, aber ich habe wenig bis keine Emotionen gespürt. Bei "Morgen kommt ein neuer Himmel" habe ich nach 20 Seiten das erste Mal geheult. - So war es dies Mal nicht, schade!
Generell fand ich, dass die Geschichte eine tolle Message hatte. Es geht um Versöhnung und Vergebung, Liebe und Freundschaft, Angst, Leid, Familie und innere Zufriedenheit. Auch die Art, wie die Autorin das Thema aufgezogen hat, mit den Steinen, fand ich eine gute Idee. Leider hat mir das Buch an Emotionen gefehlt. Es ist wenig passiert, später gab es zwischen den verschiedenen Charakteren dann ein ewiges Hin und Her. Außerdem war die Handlung so gut wie vorhersehbar.
Im späteren Verlauf gab es einen Punkt, der mich wirklich sehr überrascht hat und den ich so auch nicht gesehen habe.
Das Ende hat mich zwiegespalten zurück gelassen. Ein Geheimnis wurde nicht aufgedeckt. Es war natürlich so gewollt, aber mich lässt es etwas enttäuscht zurück. Wie die Charaktere am Ende enden, hat mir wiederum gut gefallen und da musste ich dann auch ein Tränchen verdrücken.

Die Charaktere waren durchwachsen. Hannah, die Protagonistin, war mir mal unheimlich sympatisch und im nächsten Moment unheimlich unsympatisch. Ihre Art, wie sie immer wieder in sich zusammenfällt, ist einfach nicht meins. Auch, dass sie ihre Entscheidungen nicht ordentlich treffen bzw. hinter diesen nicht stehen konnte, hat mich teilweise wahnsinnig gemacht. 
Jade, Hannahs beste Freundin und Kollegin, war ein toller Nebencharakter. Man hat viel von ihr und ihrem Leben erfahren, man konnte sich gut in die Freundschaft zwischen Jade und Hannah hineinversetzen. Michael, Hannahs Lebensgefährte, war einfach arrogant und unheimlich unsympatisch. Aber dieser Mensch sollte diese Rolle in der Geschichte erhalten. 
Dagegen war RJ, ein Freund von Hannah, ein toller Weggefährte. Humorvoll, lieb und unheimlich charmant. 
Leider blieb Hannahs Familie, ihre Mutter und ihr Stiefvater, ihr Vater und ihre Stiefmutter und ihre Stiefgeschwister, eher durchsichtig. Man konnte diese Personen schlecht greifen und hat zu wenig über sie erfahren. 
Das Cover ist traumhaft. Wirklich unheimlich toll. Schon der erste Band wurde so gestaltet und man sieht ganz klar die Zusammengehörigkeit. Aber waren Titel und Cover beim erste Teil noch eng an die Geschichte geknüpft, hielt man sich hier beim zweiten Teil leider nicht mehr an die Geschichte. Der Titel passt, meiner Meinung nach, nicht zur Geschichte und auch mit dem Cover verbinde ich nichts. 
Der Schreibstil ist einfach, man liest die Geschichte so weg. Zeitweise war es mir ein wenig zu emotionslos. Schade. 
Fazit:
Eine Geschichte, von der ich mir viel erhofft habe, die mich aber eher enttäuscht hat. Mir fehlte etwas die Spannung, die Charaktere waren teilweise zu durchsichtig und das ewige Hin und Her hat einfach nicht wirklich gut gepasst. Schade! 

Danke an den Fischer Verlag für dieses Rezensionsexemplar.


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