Freitag, 10. Oktober 2014

[Kathy] Rezension - Sieh mich an von Natasha Friend












Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Preis: 10,99 Euro


Kurzbeschreibung:
Ein einziger Moment genügt, um Lexis perfektes Leben auszuradieren - und ihr das zu nehmen, was für sie zählt: ihre beste Freundin Taylor, die Beziehung mit Ryan und ihre Schönheit.
Denn wenn Ryan sie nicht mit Tayler betrogen hätte, wäre Lexi nie in das Auto gestiegen und würde jetzt nicht vor jedem Spiegel fliegen. Und sie müsste sich nicht diese Frage stellen: Was bleibt, wenn du alles verlierst, was dir wichtig?

Meine Meinung:
Lexi muss auf einer Party mit ansehen, wie Ryan sie mit ihrer besten Freundin Taylor betrügt. Anschließend steigt sie zu Taylors Bruder Jarrod ins Auto. Sie kommen von der Fahrbahn ab und Lexi fliegt durch die Windschutzscheibe. Anschließend wacht sie im Krankenhaus auf und ihr Gesicht ist entstellt.
Lexi will niemanden sehen und bemitleidet sich selbst am meisten. Nur ihre Schwester Ruthie kann ab und zu etwas zu ihr durchringen und versucht ihr zu sagen, dass das Leben nicht vorbei ist.
Lexi verkriecht sich nach dem Krankenhaus zu Hause und verlässt so gut wie nie das Haus. Sie schwänzt Schule, traut sich nicht ihr Gesicht zu zeigen und findet nur sehr langsam den Weg aus diesem Teufelskreis.

Ich habe schwer in das Buch reingefunden. Mir war der Anfang zu plump und mir fehlte total die Tiefe. Dieses Buch war die ersten 180 Seiten (also die Hälfte sogar) nur Selbstmitleid von Lexi, Taylor, die sich nicht blicken lässt und Lexis Familie, die versucht an Lexi heranzukommen.
Erst nach den 180 Seiten kommt Lexi langsam aus sich raus und macht das aus ihrem Leben, was sie jetzt machen kann nach dem Unfall. Vorallem Ruthie, Lexis Schwester, und Theo, den Lexi in der Schule zufällig kennen lernt, sind wichtige Personen, die sie auf diesem Wege unterstützen.
Leider ist auch das leidige Thema "Schönheit" in den ersten 180 Seiten ein Thema. Mich nervt es. Lexi hat Angst ihre Schönheit zu verlieren. Natürlich ist ein Transplantat im Gesicht keine schöne Sache, aber sie und vorallem auch Lexis Mutter heulen die ganze Zeit nur rum, weil das ach so schöne Gesicht entstellt wurde.
Aber ist es nicht egal, wie Menschen aussehen, solange sie geliebt werden?

Die Charaktere sind super ausgearbeitet. Lexis Mutter ist so eine Mutter, die man sich auf der einen Seite wünscht und auf der anderen Seite auf nicht. Sie ist lieb, kümmert sich um einen, aber schreibt einem auch vor, was man essen, anziehen und tun soll, aber ich denke, dass sie innerlich einfach nur das Beste für ihre Töchter möchte und sie von ganzem Herzen liebt.
Der Vater ist leider nicht oft da, zeigt seinen Töchtern aber, wenn er da ist, mit ganzem Herzen wie wichtig siene Töchter für ihn sind.
Ruthie ist für mich die wahre Heldin des Buches. Sie zeigt Lexi die unverblühmte Wahrheit, wirft ihr Sachen an den Kopf, damit Lexi nicht den Kopf in den Sand steckt und bringt Lexi das ein oder andere Mal wieder auf den richtigen Weg. Waren Lexi und Ruthie vorher nur Schwestern, sind sie jetzt Verbündete geworden.
Theo ist ein Junge, den Lexi in der Schule zufällig kennen lernt. Er sieht Lexi mit anderen Augen. Er zeigt Lexi, dass man nicht den liebt, den man schön findet, sondern den schön findet, den man liebt...

Der Schreibstil der Autorin ist einfach und sehr gut zulesen. Das Cover ist schlicht, überzeugt mich aber mit seiner Aufmachung.

Fazit:
Ein tolles Buch, das mich aber erst im zweiten Teil abholen konnte und auch erst da sehr viel Tiefe zeigt. Wir sollten alle mal darüber nachdenken, was unsere Gesellschaft eigentlich mit uns macht...


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